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Osteopathicum - Blog

von Eckhard Müller 01 Jan, 2018
Noch vor Abschluss der Vorrunde konnte unter der Federführung vom sportlichen Leiter des Vereins Markus Mannebach eine Kooperation mit der Rübenacher Praxis für osteopathische Medizin des Inhabers Eckhard Müller eingegangen werden.

Die sportlich ambitionierten Ziele der ersten Damen- und Herrenmannschaft können unter anderem nur erreicht werden, wenn der Verletzungsstand der Spieler so gering wie möglich gehalten werden kann.

Gegenstand der Vereinbarung zwischen dem Verein und dem Osteopathen und Heilpraktiker Eckhard Müller ist es, akut verletzten Spielerinnen und Spieler Zugang zu einer kurzfristigen Behandlung zu gewähren. Weiterhin können chronisch verletzte Mannschaftsmitglieder eine Evaluierung der Ursache für Ihre Dauerverletzung erhalten. Zu diesem Zweck ist Eckhard Müller bei jeder der beiden Mannschaften zwei Mal im Monat im Training anwesend, um im Training auftretende Beschwerden schnellstmöglich zu behandeln. Weiterhin ist nach Spielwochenenden eine spontane Terminvermittlung in der Osteopathiepraxis über die Trainer Christan Sievers und Benedikt Lauer möglich. Ein weiterer Vorteil des Vereins ist, dass die Praxis Osteopathicum-Koblenz nur 100m vom Fußballplatz Am Mühlenteich entfernt in der Grabenstrasse zu finden ist.

Wenn nach dem Erstkontakt die Notwendigkeit einer weiteren Behandlung besteht, können die betroffenen Spielerinnen und Spieler selbstständig Termine zur osteopathischen Behandlung absprechen. Die Behandlungskosten sind über die privaten Versicherungen vollständig erstattungsfähig. Die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen die Behandlungskosten je nach Satzungsleistung individuell.

Die Kooperation zwischen Verein und Osteopathiepraxis geht aber noch einen Schritt weiter. Damit alle Vereinsmitglieder von einer ganzheitlichen Betrachtung ihres Gesundheitszustandes profitieren können, gewährt das Osteopathicum - Koblenz einen Rabatt von 10% auf die entstandenen Behandlungskosten.

Die Osteopathie ist eine alternativmedizinische Herangehensweise um die gestörten Funktionen des Organismus wieder herzustellen, indem die Ursachen von Schmerzen und funktionellen Störungen aufgespürt und behandelt werden. Zu diesem Zweck beurteilt der Osteopath die Stellung, Mobilität und Qualität der Körpergewebe. Die Osteopathie versteht sich als Ergänzung und Erweiterung der Schulmedizin. Der Mensch wird als Einheit von Körper, Geist und Seele betrachtet. Weitere ausführliche Informationen können auf der Homepage der Praxis eingeholt werden : www.osteopathicum-koblenz.de
von Eckhard Müller 01 Jan, 2018

Randomisierte kontrollierte Studie bestätigt Effektivität osteopathischer Behandlung

 

Migräne ist ein weit verbreitetes Gesundheitsproblem, weltweit ist es laut der Global Burden of Disease Study die dritthäufigste Erkrankung. Die Prävalenz in europäischen Ländern beträgt zwischen 10 und 15%. Die Erkrankung beeinträchtigt das Leben der Betroffenen stark und hat auch, z.B. durch Fehlzeiten bei der Arbeit, hohe gesellschaftliche Kosten.

Italienische Wissenschaftler rund um Francesco Cerritelli, haben die Wirksamkeit osteopathischer Behandlungen bei Migräne untersucht. In ihrer klinischen Studie konnten sie zeigen, dass eine osteopathische Behandlung Schmerzen und die Anzahl von Migränetagen deutlich reduziert. Die Studie wurde im Frühjar 2016 auch auf Deutsch in der Fachzeitschrift „Osteopathische Medizin“ im Elsevier-Verlag veröffentlicht.

 

Studiendesign und Teilnehmer

 

Insgesamt wurden 105 Patienten der neurologischen Klinik eines Krankenhauses in Ancona, Italien, in diese Studie eingeschlossen. Bei allen lag die Diagnose einer chronischen Migräne (nach Kriterien der International Classification for Headache Disorders) vor: primäre Kopfschmerzen mit einer Dauer von mind. 15 Tagen im Monat, seit mindestens 12 Monaten; die Patienten waren stationär aufgenommen und zwischen 18 und 60 Jahren alt. Die Patienten sollten keine alternativen Behandlungsansätze erhalten und auch noch keine osteopathische Behandlung erhalten haben.

Die Patienten wurden zufällig auf 3 Gruppen aufgeteilt (Blockrandomisierung, sodass in allen Gruppen die gleiche Anzahl der Patienten ist):

  1. Osteopathie + Medikamente
  2. Scheinbehandlung + Medikamente
  3. Kontrollgruppe: Ausschließlich Medikamente.

 

Die Behandlung dauerte jeweils 6 Monate. Dabei wurden für die osteopathische Behandlung, die insgesamt acht Termine umfasste, folgende Techniken angewandt: myofascialer Release, BLT, BMT (Membranspannungsausgleich) und Kraniosakraltherapie. Die Behandlungen erfolgten bedarfsbasiert, orientierten sich also an den jeweiligen Befunden. Die Scheinbehandlung bestand aus leichtem Berühren verschiedener Bereiche des Körpers mit dem Patienten in Rückenlage. Beide Behandlungen dauerten jeweils 30 Minuten.

 

Einfluss auf die Kopfschmerzen und deren Häufigkeit

 

Als Zielgrößen wurden folgende Parameter untersucht: Auswirkungen der Kopfschmerzen auf den Alltag des Patienten, Anzahl der Migränetage, Schmerzintensität, Ausmaß der Notfallmedikation und funktionelle Beeinträchtigung mittels eines Migränetagebuches.

Die Auswirkungen der Kopfschmerzen auf den Alltag der Patienten verringerten sich in der Osteopathiegruppe signifikant. Auch in der Scheinbehandlungsgruppe kam es zu einer signifikanten, aber geringeren, Reduktion der Beeinträchtigung.

Ein weiteres interessantes Ergebnis ist, dass sich die durchschnittliche Anzahl der Migränetage im Monat in der Osteopathie-Gruppe kontinuierlich von etwa 22,5 Tagen auf 1,2 Tage am Ende des Behandlungszeitraums verringerte. Die Patienten in der Scheinbehandlungsgruppe hatten ebenfalls zu Beginn durchschnittlich 22,3 Migränetage im Monat, am Ende der Behandlung immer noch durchschnittlich 18,6 Migränetage im Monat, in der Kontrollgruppe gab es keine Reduktion. Diese deutlichen Unterschiede zwischen den Gruppen waren auch statistisch signifikant. Weiterhin unterschieden sich die Anzahl der Notfallmedikation, sowie die Schmerzintensität signifikant am Ende der Behandlung.

Diese methodisch sehr sorgfältig geplante und durchgeführte Studie zeigt also deutlich die Bedeutung osteopathischer Behandlung der Migräne. Die Autoren verweisen weiterhin auf die gesundheitspolitische Bedeutung, indem durch den Einsatz osteopathischer Behandlungen die Medikamenteneinnahme der Patienten reduziert werden kann.

 

Referenz: Cerritelli F, Ginevri L, Messi G, Caprari E, Di Vincenzo M, Renzetti C, Cozzolino V, Barlafante G, Foschi N, Provinciali L: Clinical effectiveness of osteopathic treatment in chronic migraine: 3-Armed randomized controlled trial. Complement Ther Med. 2015 Apr;23(2):149-56.


von Eckhard Müller 01 Jan, 2018

Der Osteopathieverband VOD veröffentlichte eine bemerkenswerte Studie der Krankenkasse BKK advita :

 

Gute Nachrichten für Osteopathie-Patienten und Krankenversicherungen: Wer Osteopathiebehandlungen in Anspruch nimmt, muss deutlich seltener zum Arzt, haben interne Auswertungen der Krankenkasse BKK advita über den Zeitraum von 2012 bis 2015 ergeben. Rund 2000 ihrer Versicherten nutzten Osteopathie; sie mussten nicht nur seltener auf eine klassische ärztliche Behandlung zurückgreifen, sondern auch auf weniger Heil- und Arzneimittel, wenn im Vorfeld osteopathisch behandelt worden ist. „Tatsächlich sind die Kosten bei den Versicherten, die Osteopathie nutzen, niedriger“, konstatiert Kornelia Diehm-Ottawa, Leiterin des Bereiches Kunden und Versorgung bei der BKK advita. Kosten für ärztliche Behandlungen konnten um „überdurchschnittliche“ 23 Prozent und Kosten für Heilmittel um ebenfalls „überdurchschnittliche“ 17 Prozent gesenkt werden.

Nahezu 23 Prozent der Osteopathie-Patienten der Kasse verlängerten ihre Behandlung um ein weiteres Jahr; 14 Prozent nahmen Osteopathie-Leistungen drei Jahre und neun Prozent sogar vier Jahre in Folge wahr. Darüber hinaus ergab die Erhebung, dass doppelt so viele Frauen wie Männer einem Osteopathen vertrauen. In fast drei Viertel aller Fälle handelt es sich bei den behandelten Beschwerden um Erkrankungen der Wirbelsäule, des Rückens beziehungsweise des Bewegungsapparates insgesamt. Diese Zahl blieb seit 2012 nahezu konstant. Allerdings gibt es einen deutlichen Anstieg bei den Diagnosen zu Krankheiten der Verdauungsorgane: Zwischen 2012 und 2015 ist die Zahl der aufgrund dieser Diagnose behandelten Patienten um rund neun Prozent gestiegen.

„Tendenziell wird folglich festgestellt, dass Osteopathie, um einen nachhaltigen Erfolg
verbuchen zu können, über mindestens zwei Jahre in Anspruch genommen werden
sollte“, so Kornelia Diehm-Ottawa.

Der Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V. begrüßt diese Langzeiterhebung und appelliert an andere Versicherungen, ebenfalls derartige Kosten- und Nutzenrechnungen anzustellen. „Diese Studie ist bemerkenswert und eine wichtige Grundlage für weitere Studien. Der VOD wird sich seinerseits aktiv dafür einsetzen“, verdeutlicht die Verbandsvorsitzende Prof. Marina Fuhrmann.   https://bkk-advita.de/heilende-haende-helfen-versicherten/


von Eckhard Müller 01 Jan, 2018

Entsprechend der Schulmedizin ist der Begriff Traumatologie (griech. "die Wundenkunde") die Wissenschaft von den Verletzungen und Wunden sowie deren Entstehung und auch deren Therapie. Die stärke der schulmedizinischen Traumatologie ist das Management von akuten und lebensbetrohlichen strukturellen Verletzungen. Osteopathie macht dieses Gebiet den Schulmedizinern keineswegs streitig - im Gegenteil : Meistens genau dort, wo der Schulmediziner mit bildgebenden Diagnostikmethoden keine oder nur geringe strukturelle Veränderungen im Körper des Patienten findet, kann Osteopathie ins Spiel kommen. Ihre Stärke liegt in der manuellen Lokalisation,, Klassifikation und Behandlung funktioneller Störungen, sogenannte osteopathische Dysfunktionen (Fehlfunktionen).Sie liegt in ihrer eigenen Natur, sie entwickelt sich mit der Erfahrung des Osteopathen - sie ist also eine "Menschen - basierte Medizin". Dies mag einer der Gründe sein, weshalb Osteopathie teilweise als "Osteo-Magie" betrachtet wird : Viele osteopathische Techniken und Prinzipien sind von solch subtiler Art, das ein aussenstehender Betrachter die Behandlung als "Handauflegen" klassifizieren möchte. Aber genau diese über Jahre hinweg antrainierte, subtile und präzise Berührungsart der osteopathischen Diagnostik und Behandlung macht die Osteopathie aus. Die behandelnde Hand versucht den perfekten Paarungsabgleich mit dem zu behandelnden Gewebe zu finden. Mehr Kraftanwendung ist oft nicht besser, im Gegenteil, meistens gilt : Weniger ist mehr.

Eine Antwort an Skeptiker dieser oft so sanft aussehenden Therapiemethode könnte sein : "Nur, weil Du nicht genau weißt, wie ein Helikopter fliegen kann, heißt das noch lange nicht, das hier Magie im Spiel ist." Der wahre Zauber der Osteopathie liegt nicht in den Techniken, es ist der Geist, der dahinter steckt. Wie Johann Wolfgang von Goethe schon sagte : "Es ist der Geist, der jede Technik lebendig macht." Als Osteopath versuche ich jeden Tag die Lebendigkeit im Körper meiner Patienten zu verstehen, indem ich versuche, mit meiner diagnostischen und therapeutischen Berührung einen Dialog mit deren Gewebe zu führen. Das schöne an der Osteopathie ist, das jeder Lernprozess niemals aufhört. Jeder Patient lehrt mich erneut, neue Wege zu finden, um Gesundheit wieder herzustellen.


von Eckhard Müller 01 Jan, 2018

Der wichtigste Antikörper, der vom Körper produziert wird, ist das Immunglobulin A (IgA). Er bietet Schutz vor Krankheitserregern, in dem er verhindert, dass sich diese Organismen festsetzen und vermehren. Diese Antikörper befinden sich u.a. im Speichel und den Gewebsflüssigkeiten.

 

Aktuelle Studien haben einen Zusammenhang zwischen Stress und der Anzahl von Antikörpern in den Gewebsflüssigkeiten festgestellt. Es zeigte sich, dass bei erhöhtem Stresslevel (entweder wahrgenommener Stress oder durch körperliche Aktivität hervorgerufen), die Anzahl der IgA-Antikörper reduziert war.

Die Menge an sekretorischem Immunglobolin A (sIgA), also im Speichel oder in Gewebsflüssigkeiten vorkommend, kann auch als Marker für die Stärke des Immunsystems angesehen werden – je höher die sIgA-Konzentration, desto geringer ist das Risiko einer Infektion der oberen Atemwege.

 

Auch bei stationären Patienten ist dies von Bedeutung. Besonders Patienten, die beatmet werden und dadurch körperlichem Stress ausgesetzt sind, haben verringerte sIgA-Konzentrationen. Bei Patienten der Intensivpflege zeigte sich ein erhöhtes Risiko für nosokomiale Infektionen (im Krankenhaus erworben)  bei niedrigen sIgA-Konzentrationen.

 

Innerhalb der letzten 30 Jahre wurden zahlreiche Studien durchgeführt, um den Einfluss osteopathischer Techniken auf die Immunantwort zu untersuchen. Dabei zeigen frühere Studien Hinweise auf eine verbesserte Immunantwort nach osteopathischer Behandlung mit lymphatischen Pump-Techniken. Neuere Studien hingegen konnten keine signifikante Veränderung von Antikörper-Konzentrationen im Speichel im Vergleich zu Kontrollgruppen feststellen.

 

Aufgrund dieser unklaren Studienlage untersuchten amerikanische Wissenschaftler in einer randomisierten Studie, ob eine osteopathische Behandlung die sIgA-Konzentrtion im Speichel bei gestressten Personen erhöhen kann. Dazu untersuchten Sie 25 gesunde Studenten, die sich wenige Wochen vor einer wichtigen Prüfung befanden und dadurch erhöhtem Stress ausgesetzt waren. Diese 25 Studenten wurden zufällig entweder in die Experimental- oder die Kontrollgruppe eingeteilt.

 

Am Tag des Experiments gaben alle Probanden eine Speichelprobe ab, nachdem sie in 2 Gruppen aufgeteilt wurden. Die Experimentalgruppe wurde 20 Minuten lang mit folgenden Techniken behandelt: OA-Release (5 Min), Anheben der Rippen (5 Min), lymphatische Thoraxpumpe (10 min) (eine genauere Beschreibung der Techniken findet sich im Artikel). Alle Probanden wurden gleichzeitig von jeweils einem Osteopathen behandelt. Im Gegensatz dazu saßen die Probanden der Kontrollgruppe währenddessen 20 Minuten lang entspannt in einem ruhigen Wartebereich. Danach ruhten die Probanden beider Gruppen für eine weitere Stunde, wonach die zweite Speichelprobe genommen wurde.

 

Die Ergebnisse zeigten eine   Erhöhung der sIgA-Konzentration   in beiden Gruppen. Diese Veränderung war jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt: in der Kontrollgruppe erhöhten sich die sIgA-Werte um 32 %, in der Experimentalgruppe dagegen   um 139 %, dieser Unterschied war statistisch signifikant. Die Autoren schließen daraus, dass durch osteopathische Behandlung das Immunsystem bei gestressten – gesunden – Personen gestärkt werden kann. Somit ist dies also besonders interessant, wenn die Temperaturen kälter sind und die Zahl der Erkältungen wieder ansteigt.

 

Referenz:

Gregory Saggio, DO; Salvatore Docimo, DO; Jennifer Pilc, DO; Jennifer Norton, DO, RN; Wolfgang Gilliar, DO: Impact of Osteopathic Manipulative Treatment on Secretory Immunoglobulin A Levels in a Stressed Population. The Journal of the American Osteopathic Association, March 2011, Vol. 111, 143-147.


von Eckhard Müller 01 Jan, 2018

Die Jounalistin Andrea Neuen beschreibt in der Zeitschrift "PTA in der Apotheke" den Beruf des Osteopathen sehr detailgenau. Eine empfelenswerte Lektüre für alle die sich mit der osteopathischen Medizin beschäftigen möchten.

 

Die Osteopathie ist eine sehr vielseitige Heilmethode, die der US-amerikanische Arzt Andrew Taylor Still entwickelte. Er beschäftigte sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts mit der „Normalisierung aller Gewebe“. Da Taylor seine Forschungen am Knochen begann, nannte er sein Therapiekonzept Osteopathie (griechisch: Osteon = Knochen; Pathos = Leiden).

Mit einer „Knochenkrankheit“, wie Osteopathie irrtümlich übersetzt wurde, hat die Behandlung allerdings nichts zu tun. Und natürlich ist ihre Anwendung auch nicht auf die Knochen beschränkt. Im Gegenteil: Eingesetzt werden kann diese Form der manuellen Therapie überall dort, wo funktionelle Störungen die Ursache für Beschwerden sind. Aus Sicht der Osteopathie benötigen sämtliche Körperteile und Organe Bewegungsfreiheit, um reibungslos arbeiten zu können. Ist diese Beweglichkeit eingeschränkt, entstehen Gewebespannungen und schließlich Funktionsstörungen. Ziel der Osteopathie ist es demzufolge, das Gewebe des gesamten Köpers zu untersuchen, um Bewegungseinschränkungen auf die Spur zu kommen und sie zu beseitigen.

 

Wichtig zu wissen ist, dass die Osteopathie den Menschen grundsätzlich ganzheitlich betrachtet. Sie geht nämlich davon aus, dass alle unsere Körpersysteme miteinander verbunden sind und in einer kontinuierlichen Wechselbeziehung agieren. Im Rahmen einer osteopathischen Therapie wird also nicht an einem einzelnen Symptom herumgedoktert, sondern das gesamte Zusammenspiel der verschiedenen Systeme und Organe im Körper betrachtet.

 

Gut qualifiziert


Osteopathische Behandlungen werden von Osteopathen durchgeführt. Die Qualifizierung in Osteopathie findet vornehmlich an privaten Schulen statt. Berufsbegleitend können Ärzte, Heilpraktiker und Physiotherapeuten die entsprechenden Handgriffe und Techniken erlernen. Es gibt auch Vollzeitschulen, entsprechende Bachelor-Studiengänge und mittlerweile auch die Möglichkeit, nach dem Bachelor- Abschluss einen Master-Studiengang Osteopathie zu absolvieren.

Das Dilemma: Die Bezeichnung ist in weiten Teilen Deutschlands nicht gesetzlich geschützt, was Osteopathen das Arbeiten erschwert und es Patienten mitunter nicht leicht macht, einen qualifizierten und erfahrenen Behandler zu finden. Hinzu kommt: Osteopathie zählt nach deutschem Recht zur Heilkunde. Und diese dürfen bei uns bekanntlich nur Ärzte und Heilpraktiker selbständig ausüben. Einheitliche und transparente Regelungen in Form eines eigenen Berufsgesetzes für Osteopathen fordern Fachverbände seit langem.

 

Bis dahin bleibt es verunsicherten Patienten nur, sich bei Osteopathie-Organisationen wie dem Verband der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD) oder dem Bundesverband Osteopathie e.V. (BVO) zu informieren und nach geeigneten Therapeuten zu forschen. Zudem wichtig: Sich im Vorfeld der Behandlung bei der Krankenkasse erkundigen, ob – und unter welchen Voraussetzungen – die Kosten für Osteopathie anteilig erstattet werden. Denn: Auch hier variieren die Regelungen von Kasse zu Kasse.

 

Heilsame Handgriffe

 

Wer sich für eine osteopathische Behandlung entscheidet, wartet vergebens auf die Verordnung von Medikamenten oder gar eine OP. Denn der Osteopath arbeitet – im Anschluss an eine ausführliche Anamnese – lediglich mit seinen Händen. Im Rahmen einer osteopathischen Untersuchung kann er das Gewebe Schicht für Schicht ertasten (palpieren), um Bewegungseinschränkungen und Spannungen aufzuspüren. Dieses Erfühlen ist die Grundlage der osteopathischen Diagnostik und Behandlung.

Seit 2012 übernehmen in Deutschland viele gesetzliche Krankenkassen zumindest einen Teil der Behandlungskosten.


Hat der Osteopath eine Funktionsstörung festgestellt, kann er sie mit gezielten Griffen und speziellen Techniken behandeln. Dabei lockert er zum Beispiel das Bindegewebe, dehnt bestimmte Muskeln oder regt den Lymphfluss an. Immer mit dem Ziel, Blockaden zu lösen, das körperliche Gleichgewicht wieder herzustellen und dem Körper so Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. In der Entwicklung der Osteopathie haben sich drei Gebiete differenziert: Die parietale Osteopathie beschäftigt sich mit der Behandlung des Bewegungsapparates, die viszerale Osteopathie mit den inneren Organen und die kraniosakrale Osteopathie mit Schädel, Rückenmark und Nervensystem. Dabei handelt es sich jedoch nicht um konkurrierende Behandlungsrichtungen. Im Gegenteil: In der Praxis lassen sich die drei Bereiche nicht voneinander trennen.

 

Chancen und Grenzen  


Bei zahlreichen akuten und chronischen Krankheiten kann der Osteopath helfen, oft mit verblüffenden Erfolgen. Mögliche Indikationen sind neurologische Erkrankungen, HNO-Beschwerden, Probleme mit dem Bewegungsapparat, innere, urologische oder gynäkologische Krankheiten. Auch in der Kinderheilkunde spielt die „sanfte Heilmethode“ eine Rolle. Osteopathie kann sowohl als erste Maßnahme eingesetzt werden als auch ergänzend zu anderen Therapien. Viele Fachärzte arbeiten heute eng mit Osteopathen zusammen. Für die Notfallmedizin ist die Osteopathie allerdings ebenso wenig geeignet, wie zur Heilung akuter schwerer Erkrankungen und Infektionen.


Osteopathicum - Blog

von Eckhard Müller 01 Jan, 2018
Noch vor Abschluss der Vorrunde konnte unter der Federführung vom sportlichen Leiter des Vereins Markus Mannebach eine Kooperation mit der Rübenacher Praxis für osteopathische Medizin des Inhabers Eckhard Müller eingegangen werden.

Die sportlich ambitionierten Ziele der ersten Damen- und Herrenmannschaft können unter anderem nur erreicht werden, wenn der Verletzungsstand der Spieler so gering wie möglich gehalten werden kann.

Gegenstand der Vereinbarung zwischen dem Verein und dem Osteopathen und Heilpraktiker Eckhard Müller ist es, akut verletzten Spielerinnen und Spieler Zugang zu einer kurzfristigen Behandlung zu gewähren. Weiterhin können chronisch verletzte Mannschaftsmitglieder eine Evaluierung der Ursache für Ihre Dauerverletzung erhalten. Zu diesem Zweck ist Eckhard Müller bei jeder der beiden Mannschaften zwei Mal im Monat im Training anwesend, um im Training auftretende Beschwerden schnellstmöglich zu behandeln. Weiterhin ist nach Spielwochenenden eine spontane Terminvermittlung in der Osteopathiepraxis über die Trainer Christan Sievers und Benedikt Lauer möglich. Ein weiterer Vorteil des Vereins ist, dass die Praxis Osteopathicum-Koblenz nur 100m vom Fußballplatz Am Mühlenteich entfernt in der Grabenstrasse zu finden ist.

Wenn nach dem Erstkontakt die Notwendigkeit einer weiteren Behandlung besteht, können die betroffenen Spielerinnen und Spieler selbstständig Termine zur osteopathischen Behandlung absprechen. Die Behandlungskosten sind über die privaten Versicherungen vollständig erstattungsfähig. Die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen die Behandlungskosten je nach Satzungsleistung individuell.

Die Kooperation zwischen Verein und Osteopathiepraxis geht aber noch einen Schritt weiter. Damit alle Vereinsmitglieder von einer ganzheitlichen Betrachtung ihres Gesundheitszustandes profitieren können, gewährt das Osteopathicum - Koblenz einen Rabatt von 10% auf die entstandenen Behandlungskosten.

Die Osteopathie ist eine alternativmedizinische Herangehensweise um die gestörten Funktionen des Organismus wieder herzustellen, indem die Ursachen von Schmerzen und funktionellen Störungen aufgespürt und behandelt werden. Zu diesem Zweck beurteilt der Osteopath die Stellung, Mobilität und Qualität der Körpergewebe. Die Osteopathie versteht sich als Ergänzung und Erweiterung der Schulmedizin. Der Mensch wird als Einheit von Körper, Geist und Seele betrachtet. Weitere ausführliche Informationen können auf der Homepage der Praxis eingeholt werden : www.osteopathicum-koblenz.de
von Eckhard Müller 01 Jan, 2018

Randomisierte kontrollierte Studie bestätigt Effektivität osteopathischer Behandlung

 

Migräne ist ein weit verbreitetes Gesundheitsproblem, weltweit ist es laut der Global Burden of Disease Study die dritthäufigste Erkrankung. Die Prävalenz in europäischen Ländern beträgt zwischen 10 und 15%. Die Erkrankung beeinträchtigt das Leben der Betroffenen stark und hat auch, z.B. durch Fehlzeiten bei der Arbeit, hohe gesellschaftliche Kosten.

Italienische Wissenschaftler rund um Francesco Cerritelli, haben die Wirksamkeit osteopathischer Behandlungen bei Migräne untersucht. In ihrer klinischen Studie konnten sie zeigen, dass eine osteopathische Behandlung Schmerzen und die Anzahl von Migränetagen deutlich reduziert. Die Studie wurde im Frühjar 2016 auch auf Deutsch in der Fachzeitschrift „Osteopathische Medizin“ im Elsevier-Verlag veröffentlicht.

 

Studiendesign und Teilnehmer

 

Insgesamt wurden 105 Patienten der neurologischen Klinik eines Krankenhauses in Ancona, Italien, in diese Studie eingeschlossen. Bei allen lag die Diagnose einer chronischen Migräne (nach Kriterien der International Classification for Headache Disorders) vor: primäre Kopfschmerzen mit einer Dauer von mind. 15 Tagen im Monat, seit mindestens 12 Monaten; die Patienten waren stationär aufgenommen und zwischen 18 und 60 Jahren alt. Die Patienten sollten keine alternativen Behandlungsansätze erhalten und auch noch keine osteopathische Behandlung erhalten haben.

Die Patienten wurden zufällig auf 3 Gruppen aufgeteilt (Blockrandomisierung, sodass in allen Gruppen die gleiche Anzahl der Patienten ist):

  1. Osteopathie + Medikamente
  2. Scheinbehandlung + Medikamente
  3. Kontrollgruppe: Ausschließlich Medikamente.

 

Die Behandlung dauerte jeweils 6 Monate. Dabei wurden für die osteopathische Behandlung, die insgesamt acht Termine umfasste, folgende Techniken angewandt: myofascialer Release, BLT, BMT (Membranspannungsausgleich) und Kraniosakraltherapie. Die Behandlungen erfolgten bedarfsbasiert, orientierten sich also an den jeweiligen Befunden. Die Scheinbehandlung bestand aus leichtem Berühren verschiedener Bereiche des Körpers mit dem Patienten in Rückenlage. Beide Behandlungen dauerten jeweils 30 Minuten.

 

Einfluss auf die Kopfschmerzen und deren Häufigkeit

 

Als Zielgrößen wurden folgende Parameter untersucht: Auswirkungen der Kopfschmerzen auf den Alltag des Patienten, Anzahl der Migränetage, Schmerzintensität, Ausmaß der Notfallmedikation und funktionelle Beeinträchtigung mittels eines Migränetagebuches.

Die Auswirkungen der Kopfschmerzen auf den Alltag der Patienten verringerten sich in der Osteopathiegruppe signifikant. Auch in der Scheinbehandlungsgruppe kam es zu einer signifikanten, aber geringeren, Reduktion der Beeinträchtigung.

Ein weiteres interessantes Ergebnis ist, dass sich die durchschnittliche Anzahl der Migränetage im Monat in der Osteopathie-Gruppe kontinuierlich von etwa 22,5 Tagen auf 1,2 Tage am Ende des Behandlungszeitraums verringerte. Die Patienten in der Scheinbehandlungsgruppe hatten ebenfalls zu Beginn durchschnittlich 22,3 Migränetage im Monat, am Ende der Behandlung immer noch durchschnittlich 18,6 Migränetage im Monat, in der Kontrollgruppe gab es keine Reduktion. Diese deutlichen Unterschiede zwischen den Gruppen waren auch statistisch signifikant. Weiterhin unterschieden sich die Anzahl der Notfallmedikation, sowie die Schmerzintensität signifikant am Ende der Behandlung.

Diese methodisch sehr sorgfältig geplante und durchgeführte Studie zeigt also deutlich die Bedeutung osteopathischer Behandlung der Migräne. Die Autoren verweisen weiterhin auf die gesundheitspolitische Bedeutung, indem durch den Einsatz osteopathischer Behandlungen die Medikamenteneinnahme der Patienten reduziert werden kann.

 

Referenz: Cerritelli F, Ginevri L, Messi G, Caprari E, Di Vincenzo M, Renzetti C, Cozzolino V, Barlafante G, Foschi N, Provinciali L: Clinical effectiveness of osteopathic treatment in chronic migraine: 3-Armed randomized controlled trial. Complement Ther Med. 2015 Apr;23(2):149-56.


von Eckhard Müller 01 Jan, 2018

Der Osteopathieverband VOD veröffentlichte eine bemerkenswerte Studie der Krankenkasse BKK advita :

 

Gute Nachrichten für Osteopathie-Patienten und Krankenversicherungen: Wer Osteopathiebehandlungen in Anspruch nimmt, muss deutlich seltener zum Arzt, haben interne Auswertungen der Krankenkasse BKK advita über den Zeitraum von 2012 bis 2015 ergeben. Rund 2000 ihrer Versicherten nutzten Osteopathie; sie mussten nicht nur seltener auf eine klassische ärztliche Behandlung zurückgreifen, sondern auch auf weniger Heil- und Arzneimittel, wenn im Vorfeld osteopathisch behandelt worden ist. „Tatsächlich sind die Kosten bei den Versicherten, die Osteopathie nutzen, niedriger“, konstatiert Kornelia Diehm-Ottawa, Leiterin des Bereiches Kunden und Versorgung bei der BKK advita. Kosten für ärztliche Behandlungen konnten um „überdurchschnittliche“ 23 Prozent und Kosten für Heilmittel um ebenfalls „überdurchschnittliche“ 17 Prozent gesenkt werden.

Nahezu 23 Prozent der Osteopathie-Patienten der Kasse verlängerten ihre Behandlung um ein weiteres Jahr; 14 Prozent nahmen Osteopathie-Leistungen drei Jahre und neun Prozent sogar vier Jahre in Folge wahr. Darüber hinaus ergab die Erhebung, dass doppelt so viele Frauen wie Männer einem Osteopathen vertrauen. In fast drei Viertel aller Fälle handelt es sich bei den behandelten Beschwerden um Erkrankungen der Wirbelsäule, des Rückens beziehungsweise des Bewegungsapparates insgesamt. Diese Zahl blieb seit 2012 nahezu konstant. Allerdings gibt es einen deutlichen Anstieg bei den Diagnosen zu Krankheiten der Verdauungsorgane: Zwischen 2012 und 2015 ist die Zahl der aufgrund dieser Diagnose behandelten Patienten um rund neun Prozent gestiegen.

„Tendenziell wird folglich festgestellt, dass Osteopathie, um einen nachhaltigen Erfolg
verbuchen zu können, über mindestens zwei Jahre in Anspruch genommen werden
sollte“, so Kornelia Diehm-Ottawa.

Der Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V. begrüßt diese Langzeiterhebung und appelliert an andere Versicherungen, ebenfalls derartige Kosten- und Nutzenrechnungen anzustellen. „Diese Studie ist bemerkenswert und eine wichtige Grundlage für weitere Studien. Der VOD wird sich seinerseits aktiv dafür einsetzen“, verdeutlicht die Verbandsvorsitzende Prof. Marina Fuhrmann.   https://bkk-advita.de/heilende-haende-helfen-versicherten/


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